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Faires Geschenkpapier – Alles andere ist für die Tonne

Die Verschmutzung durch Mikroplastik in unserer Wäsche ist ein ernstzunehmendes Problem. Doch auch jetzt zur Weihnachtszeit entsteht leider viel Müll durch Geschenkverpackungen und Papier. Wir zeigen Dir, wie sinnvoll faires Geschenkpapier ist.

Alle Jahre wieder kommt der Nikolaus, das Christkind oder der Weihnachtsmann. Das stimmt natürlich alles nicht, wie jeder weiß. In Wirklichkeit fängt man etwa zu dieser Zeit an, hektisch durch die Innenstadt zu rennen oder man begibt sich auf die einschlägigen Online-Portale, um dort für seine Liebsten das Passende zu finden. Oder seid ihr eher der Menschentyp der in letzter Sekunde noch schnell etwas an der Tanke besorgt? Wie auch immer ihr den Weihnachtsstress bewältigt, in jedem Falle werdet ihr um die erworbenen Geschenke Geschenkpapier wickeln. Ohne das buntbedruckte Papier macht das Schenken und beschenkt werden schlicht weniger Spaß. Ein Weihnachtsbaum unter dem unverpackte Geschenke liegen, sieht einfach nur unaufgeräumt aus und die Vorfreude ist auch dahin. 

Das Problem

Doch die Freude über die Geschenkverpackung hat spätestens nach dem Auspacken ein Ende. Dann nämlich türmen sich die Papierberge im Wohnzimmer. Vielleicht gibt es noch eine kleine Papierballschlacht, doch irgendwann hat der Spaß am bunten Papier definitiv ein Ende und es landet in der Tonne. Hier beginnt dann das alljährliche Problem: Überfüllte blaue Tonnen und Berge von Abfall, der nicht zwingend recycelt werden kann. Denn wer achtet beim Kauf von Geschenkpapier schon auf Umweltverträglichkeit? An erster Stelle stehen klar Design und Preis, oder? Die Unbedenklichkeit mag schon am Wort selbst liegen: Geschenkpapier besteht eben aus Papier und das ist als solches kein problematischer Abfall. Das Problem ist nur: Es stimmt nicht. Denn erstens besteht Geschenkpapier nicht zwingend aus Papier sondern ganz oft aus Plastik oder Aluminium, von Gold- oder Glitzerbeschichtetem ganz zu schweigen, und zweitens sind die verwendeten Farben häufig umweltschädlich. Selbst Recycling-Geschenkpapier kann nicht vollständig wiederverwertet werden. Lediglich bis zu 70 Prozent kann wieder aufbereitet werden, da nur der Zellstoff als Papier wiederverwertet wird. Beim sogenannten Deinking-Prozess (Druckfarbenentfernung) bleiben die Druckfarben als toxischer Klärschlamm übrig, der nicht mehr einem gleichwertigen Stoffkreislauf zugeführt werden kann. Außerdem enthalten die Farben fast immer Palmöl, tierische Komponenten oder genmodifizierte Inhaltsstoffe. Hinzu kommt, dass nur 100 Gramm Papier pro Person in Deutschland zu einem Müllberg am ersten Weihnachtstag von rund acht Tonnen führen würde.  

Das Papier

Grund genug sich um umweltfreundliche Alternativen Gedanken zu machen. Und tatsächlich habe ich für euch einige Tipps und Tricks gefunden, damit ihr eure Geschenke an Weihnachten umweltfreundlich und individuell verpackt werden können. Hierzu gibt es gleich mehrere Ansatzpunkte. Naheliegend ist gleich bei dem Geschenkpapier anzufangen. Wer auf die Bestandteile des bunten Papiers achtet ist schon mal auf dem richtigen Weg. Es haben sich mittlerweile auch erste Unternehmen auf die Produktion von ökologischen und fairen Geschenkpapier spezialisiert. So achtet beispielsweise das Münchner Start-up, Planet-Paket, auf eine vollständig ökologische Prozesskette vom Papier über die Farbe bis hin zum Versand. Für die Produktion des Papiers kommen ausschließ recycelbare Materialien zum Einsatz. Die Produktion des Papiers erfolgt nach dem Cradle-to-Cradle-Verfahren bei dem es keinerlei Abfallprodukte gibt und das Produkt an sich vollständig wieder in einen biologischen Kreislauf aufgehen kann.Natürlich kann man auch selbst Geschenkpapier recyceln. Indem man beispielsweise Zeitungen, Magazine oder gar Tapete einem zweiten Nutzen zuführt. Die Verwendung von Altpapier ist definitiv eine Geschmacksfrage, der Überraschungseffekt bleibt in jedem Falle bestehen.

Klebeverbindung

Ein weiterer Ansatzpunkt bietet das Klebeband, das verwendet wird, um das Papier zum Halten zu bringen. Wie bei allen Öko-Themen heißt es auch hier: Am besten gar keins verwenden! Auf Youtube finden sich zig Anleitungen wie man Geschenkpapier so faltet, knickt und wickelt, das die Verwendung von Klebemitteln obsolet wird. Ok, zugegeben das erfordert Fingerspitzengefühl, was im angesprochenen Weihnachtstrubel wirklich nicht jeder aufbringen kann, mich mit eingeschlossen. Daher kann man auch auf Klebealternativen zurückgreifen. Bio-Klebstoff lässt sich schon aus ein wenig Mehl und etwas Wasser herstellen, auch hier halten die Weiten des Internets eine Fülle von Rezepten bereit. 

Schleife drum

Die Dritte Komponente bei der Geschenkverpackung ist das Geschenkband oder die Schleife. Auch hier, ihr werdet es bereits ahnen, kann man aus dem eigenen Fundus kreative und umweltfreundliche Lösungen finden. Ein altes T-Shirt? Eine bunte Tischdecke? Egal was, alles kann theoretisch in Streifen geschnitten ein tolles Geschenkband abgeben. Ausfransen, Zick-Zack-Schnitt oder flechten der Kreativität sind in diesem Punkt keine Grenzen gesetzt. 

Ab in die Kiste

Als letzten Tipp kann ich euch noch mit auf den Weg geben, bei der Wahl des Kartons oder der Kiste, in die ihr euer Geschenk legt, auf Recycling zu achten. Am besten greift ihr auch hier auf vorhandenes zurück: Schuhkartons oder andere Produktverpackungen sind in den meisten Haushalten in Hülle und Fülle vorhanden und landen doch nur im Müll. Warum also einen neuen Karton kaufen?  

Ihr seht fairschenken ist nicht schwer und wer Lust hat auf ein individuelles Geschenk, der muss sich nicht einmal wirklich einschränken: Denn was gibt es persönlicheres als ein vom Kleber bis zum Geschenkband selbstgebasteltes Weihnachtsgeschenk?

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etwas nicht fair?

Basti

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